Angedacht

Die Furcht in der Liebe
Am 14. Februar ist es wieder soweit: Valentinstag! In meinen Augen das „Kitsch – Event“ des Jahres. Alle Liebenden werden an diesem Tag aufgerufen sich gegenseitig, mit einem kleinen Geschenk, ihre Liebe zu zeigen.
Für mich ist dieser Tag wieder ein Zeichen dafür, dass das Wort „Liebe“ für den Konsum und die Medienwelt regelrecht „benutzt“ wird. Alles wird gleich mit dem Wort „Liebe“ bezeichnet und dabei wissen die meisten Menschen überhaupt nicht welche kostbare Bedeutung sich hinter diesem besonderen Wort versteckt.
Für mich ist die Liebe, die stärkste Zuneigung die ein Mensch für einen anderen Mensch empfindet. Liebe ist ein Gefühl von inniger und tiefer Verbundenheit zu einer Person!
Manchmal frage ich mich tatsächlich, ob wir Menschen überhaupt in der Lage sind richtig zu lieben, denn im 1. Johannes 4 in den Versen 18 – 19 heißt es:
„Die vollkommene Liebe vertreibt alle Angst. Wer noch Angst hat rechnet mit Strafe, und das zeigt, dass seine Liebe in uns noch nicht vollkommen ist. Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ Neues Leben – die Bibel
Ist es nicht so, dass wenn wir an die Liebe denken, dort auch immer ein Rest an Furcht, an Angst bleibt. Die Furcht davor, dass diese starke Zuneigung zu einem anderen Menschen plötzlich ein Ende haben kann. Es gäbe doch 1000 Gründe, warum man sich in der Liebe fürchten könnte: Fremdgehen, Eifersucht, Streit, plötzlicher Tod …
Jesus Christus, der aus der Liebe zu uns Menschen am Kreuz gestorben ist, hatte bestimmt sehr viel Furcht, aber er hat diese Angst überwunden.
Ich bin der Meinung, dass wir diese vollkommene Liebe von Gott nur dann erfahren können, wenn wir auch unsere eigene Angst in der Liebe überwinden. Denn wir sind beschenkt worden von der Liebe Gottes, also lasst uns das auch so weitertragen.
Oder ist es nur Gott, der wahrhaftig „lieben“ kann?
Conny Habermehl
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„Loser“ besonders gefragt
Loser (engl. Verlierer) sind eigentlich nicht gefragt. Sie haben es nicht geschafft, sind gescheitert, erleben ihre Grenzen, sie haben nicht die Energie und das Ansehen. Loser will niemand sein. Denn wer will schon schwach sein? Stark sei ist angesagt. „ Nur keine Schwäche zeigen, sonst hast du verloren“ heißt es in der Politik, im Sport, in der Clique.
Nicht ohne Grund leiden immer mehr Menschen, auch schon in jungen Jahren, am Burnout-Syndrom.
Die Jahreslosung hebt unser gängiges Denk- und Verhaltensmuster komplett aus den Angeln. Die Hackordnung wird auf den Kopf gestellt: Jesus Christus spricht: "Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig."(2. Korinther 12,9)
Paulus, der diese Worte an die Christen in Korinth schreibt, kennt die ganze Skala von menschlichen Gefühlen aus eigener Erfahrung: das Bewusstsein eigener Stärke und die ohnmächtige Wut völliger Schwäche. Die Erfahrungen der Schwachheit, die Paulus am eigenen Leib durchgemacht hat. In dieser widersprüchlichen Lebenslage, in diesem Gedränge von „himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt“ hört er das Wort Jesu, da man auch übersetzen kann mit: "Du hast genug an meiner Gnade, denn die Kraft findet ihre Vollendung am Ort der Schwachheit."
Eine ganz neue Sicht ist gefragt: Schwachheit ist kein Makel, sondern Voraussetzung dafür, dass Gottes Kraft zur Entfaltung kommen kann. Paulus bringt es auf den Punkt: "Wenn ich schwach bin, bin ich stark."
Ich kenne das aus eigenem Erleben schwach sein können ist die Voraussetzung für echte Freundschaften und Beziehung. Da wo jemand sich traut seine schwachen Seiten zu zeigen, kann echte menschliche Begegnung passieren. Wer schwach ist, kann den anderen nicht dominieren. In der Schwachheit haben Absolutheitsansprüche wie Wahrheit keine Relevanz mehr. Da geht es um Dialog und Verständigung jenseits von Richtigkeiten. Da kann sich die liebende Kraft Gottes Bahn brechen.
Entdecken wir die Möglichkeiten, die in den Schwächen und Zerbrechlichkeiten stecken für unsere Beziehungen in Gruppen, Familien und unsere Gesellschaft.
Könnte es sein, dass „Loser“ den Weg frei machen für Gottes Kraft?
Regina Flömer - Sting

Verboten für Kinder unter 18 Jahren
Achtung! Der folgende Beitrag ist für Kinder unter 18 Jahren nicht geeignet! Denn hier kommt die schonungslose Wahrheit, die aus naiven Kindern leider viel zu schnell ganz realistische Erwachsene macht.
Achtung! Jetzt: Es gibt keinen Nikolaus. Dieser Kerl im Coca-Cola-Bademantel, der immer wissen wollte, ob man artig war – weil man sonst angeblich nichts geschenkt bekam – das war gar nicht der echte Nikolaus, das war Onkel Rainer. Verkleidet! Schade! Damit wussten wir zwar, warum Mister Hoh-Hoh-Hoh nie mit seinem Rentier- Cabrio kam, zugleich war es aber äußerst frustrierend: Wir wurden hintergangen. Für manche reichte das sogar, um gleich ihren ganzen Glauben über Bord zu werfen. Wenn unsere Eltern beim Nikolaus gelogen hatten, dann ja vielleicht auch bei allem anderen. Das Vertrauen war weg und leider auch das wundervolle Glitzern, das Kinder in den Augen haben, wenn sie sich beschenkt wissen.
Der Ur-Nikolaus von Myra, der zum Vorbild unseres Schokoladen-Kultes wurde, hätte angesichts erwartungsvoller Stiefel vor der Tür ohnehin nur geschmunzelt. Dem Bischof ging es im 4. Jahrhundert ganz konkret darum, Leben zu retten. In dem er Menschen in Not mit Geschenken half. Und das war für ihn vor allem ein Ausdruck seines Glaubens: Wer sich beschenkt fühlt, der kann und wird auch andere beschenken. Und dieser frühe Bischof fühlte sich von Gott tatsächlich reich beschenkt. Insofern gilt: An den Nikolaus zu glauben mag kindlich sein, naiv ist das nicht. Denn seine Ideale können einem heute ein Glitzern in die Augen zaubern.
Fabian Vogt
„Moment mal! 365 Radio-aktive Andachten“ aus dem Brendow Verlag;
Seite 355 – 5. Dezember (mit Erlaubnis des Autoren)
Wie Josef den Pharao lehrt clever zu konsumieren
- Die Gewässer der Menge Erde sind überfischt, es werden mehr Fische gefangen, als durch natürliche Vermehrung nachwachsen. Wenn es so weitergeht, könnten bis Mitte des Jahrhunderts die Gewässer leer gefischt und die Ökosysteme dort zusammengebrochen sein.
- 16.300 der bekannten Tier und Pflanzenarten sind weltweit offiziell vom Aussterben bedroht und standen 2007 auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Und das obwohl erst etwa 1,5 Millionen Arten von geschätzten 15 Millionen Arten bekannt sind.
- Die meist verwendete Naturfaser ist Baumwolle, bei deren Anbau in Monokulturen werden mehr Pestizide verwendet als bei jeder anderen landwirtschaftlichen Produktion, darunter sind starke Nervengifte, die häufig zu tödlichen Unfällen bei den Landarbeitern führen. Wird die Baumwolle mit Maschinen gepflückt, müssen die Sträucher vorher mit Chemikalien entlaubt werden.
Als der Pharao von sieben fetten Kühen und sieben prächtigen Ähren und danach von sieben mageren Kühen und sieben kümmerlichen Ähren träumt, weiß er keinen Rat und findet schließlich Josef, der ihm seine Träume deutet. Josef wird zum Verwalter über Ägypten bestellt und sorgt dafür, dass die Menschen nicht mehr konsumieren, als sie brauchen und den übrigen Teil für schlechte Zeiten sparen.
Ich möchte mir fast wünschen, dass wir einen ähnlichen Traum haben, der so eindrücklich ist, dass wir fest davon überzeugt sind, dass wir etwas ändern müssen und nicht mehr konsumieren als wir brauchen. Nur leider haben wir keinen Josef, der von oben her dafür sorgt, dass wir nicht maßlos sind.
Auch ich selbst bin immer wieder betroffen von Maßlosigkeit. Beim Autofahren, beim Einkauf, beim Fernsehen und auch wenn es oft Kleinigkeiten sind, weiß ich doch, dass Gott mir die Verantwortung für mein Handeln gegeben hat - und ärgere mich oft genug über mich selbst. Obwohl Maßlosigkeit in unserer Gesellschaft hochgradig toleriert ist!
Aber eins steht fest: Josef war insbesondere so clever, weil er auf Gott vertraute. Gott hat die richtigen und wichtigen Hinweise gegeben. Und diese Hinweise können helfen, jeden Tag daran zu denken, dass wir Anderen, der Natur und im Endeffekt auch uns selbst und unseren Kindern Gutes tun, wenn wir Maß halten und verantwortungsvoll konsumieren. Josef der clevere Berater und Verwalter war einer der Ersten der damit angefangen hat, weil er erkannte hatte, dass es sich sonst in der Zukunft bitter rächt.
Piet Henningsen
