Auswirkungen von Covid-19 auf Guatemala und das Procedi Projekt - Anfang Juni 2020

Liebe Paten*innen, Vereinsmitglieder und Spender*innen,

auch in Guatemala sind die Auswirkungen von Covid-19 bereits seit mehreren Wochen intensiv zu spüren. Wir als Vorstand von PROCEDI e. V. wollen Euch über die aktuelle Lage in Guatemala und im Projekt informieren.

Das öffentliche Leben in Guatemala ist seit Mitte März fast komplett zum Erliegen gekommen. Laut Auswärtigem Amt gibt es aktuell (Stand 20.04.2020) 289 Fälle und 7 Tote. Allerdings wird vermutet, dass die Dunkelziffer erkrankter Personen sehr viel höher ist, da vor Ort nur wenige Tests durchgeführt werden. Schnell hat die guatemaltekische Regierung einige Maßnahmen verschärft. So wurde ab Mitte März der Flughafen geschlossen sowie eine generelle Ausgangssperre von 21 bis 4 Uhr morgens beschlossen. Immer noch fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel. Außerdem sind Restaurants, Geschäfte, Schulen und andere Bildungseinrichtungen geschlossen. Gerade in Armenvierteln wie den Lomas de Santa Faz, in denen viele Menschen auf engsten Raum leben und manche Familien in ihrer Hütte nur einen Raum zum Leben zur Verfügung haben, gestaltet sich die verhängte Ausgangssperre schwierig. Vor allem für die Kinder und Jugendlichen, die normalerweise tagsüber im Projekt sind und dort auch ihre Schulaufgaben erledigen sowie Bewegung haben, ist die aktuelle Situation vermutlich sehr gewöhnungsbedürftig.

Seit Montag, dem 16.03.2020 sind die Schulen im ganzen Land geschlossen, somit auch PROCEDI. Die Lehrerinnen haben Arbeitsaufträge sowie -materialien an die Kinder und Jugendlichen verteilt, ein virtueller Unterricht ist nicht möglich. Während zum Beispiel hier in Deutschland der Unterricht seit der Schließung von Schulen und Universitäten zum größten Teil virtuell weitergeführt wird, stellt dies Länder wie Guatemala vor große Probleme. Vor allem in armen und ländlichen Gebieten gibt es keinen oder nur sehr schlechten Zugang zu Internet; die meisten Familien in den Armenvierteln, wie auch in Lomas de Santa Faz, haben weder Computer noch Tablets oder Ähnliches zur Verfügung. Die einzige Möglichkeit zur Kommunikation bleibt daher meist das Telefon/Handy oder die sozialen Netzwerke. Neben dem akademischen/schulischen Aspekt und der Betreuung der Kinder und Jugendlichen ist es vor allem wirtschaftlich für die Familien in den Vierteln sehr schwierig. Die meisten Eltern dort arbeiten im „informellen Sektor“ (Straßenverkäufer*in, Händler*in, Wäscher*in, etc.) und verdienen somit kein Geld mehr. Die meisten Menschen dort leben von dem Geld, was sie an einem Tag verdienen und besitzen keine Ersparnisse. Normalerweise haben die Kinder unter der Woche sowohl Frühstück als auch Mittagessen im Projekt erhalten, was die Familien finanziell entlastete. Viele sind verzweifelt und wissen nicht, wie sie die Ernährung ihrer oft großen Familien sicherstellen sollen. Viele Menschen in der Zone 18 haben daher weiße Fahnen außen an ihre Hütten gehängt, auf denen steht „Wir brauchen Hilfe. Bitte helft uns!“ Vergangene Woche wurden daher die ersten Lebensmittelpakete von den Lehrerinnen von PROCEDI zusammengestellt und an unsere Familien ausgeteilt. Es wurden verschiedene Grundnahrungsmittel, darunter Reis, Bohnen, Milchpulver und Eier verteilt sowie Seife. Selbstverständlich wurde dabei auf Hygiene und Abstand geachtet.

Eindrücke dieser Verteilaktion wurden von den Lehrerinnen festgehalten:

Einmal pro Woche sollen die Familien weiterhin ein Hygiene- und Lebensmittelpaket erhalten, welches nicht nur das Kind, das bei PROCEDI zur Schule geht, ernähren soll, sondern eine Unterstützung für die ganze Familie darstellt. Zudem prüfen wir weitere Unterstützungen wie z. B. das Nähen von Masken etc.

Wir hoffen, dadurch den Familien etwas Angst nehmen zu können, bis sich die Lage dort verbessert.

Viele Grüße

Lotte, Marina, Markus und Magda

www.procedi.de

Wenn es Ihnen oder Euch möglich ist, sind wir dankbar für ein Spende auf folgendes Konto:

Procedi e. V.   - IBAN DE 0452 0604 1000 0400 3802

PS: „Da alle Kosten weiter laufen – wir bezahlen natürlich die Gehälter unseres Personals weiter – sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Zudem musste dieses Jahr "der Lauf der Verrückten" ausfallen, der immer über Euro 10.000,- Spenden für Procedi eingenommen hat. Diese Spenden fehlen jetzt ... - wir sind dankbar für jede Unterstützung und Spende.

Vorsicht Bücher! "Mit Bildung gegen Armut"

Endlich ist sie da. Unsere Festschrift zum Jubiläum mit vielen Texten und wunderschönen Bildern.

Wir blicken stolz zurück auf über 20 Jahre PROCEDI. Alle Paten*innen und Mitglieder bekommen bei der Jahres-Hauptversammlung ein Exemplar (oder im Nachgang). Natürlich wird es auch ein digitales Exemplar auf der Website geben. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Danke an diese Stelle auch nochmal an Paula Weise und Daniel Sarceño für die schönen Fotos und die Gestaltung.

Viele Grüße Lotte, Marina, Markus und Magda  - Mai 2020

PS: Hier der LINK zur Procedi - Festschrift

www.procedi.de/uploads/media/PRO_Festschrift_Final_2020_Ansicht_klein.pdf

Mit Bildung gegen Armut - Procedi, der neue Flyer - Einhundert % direkte Hilfe

Procedi ist das EJW Schulprojekt seit 1988 in Guatemala - Stadt

Hier könnt Ihr den neuen Flyer downloaden oder als Link weitersenden:

https://www.ejw.de/uploads/media/Procedi_Flyer_2019-01-28_Ansicht.pdf

Hans-Conrad Blendermann

Procidi wird 20 Jahre jung - diese besondere Jubiläum wird 2018 an vielen Orten gefeiert

Der PROCEDI-Gründer Christof Wünsch kommt nach Deutschland. Den Termin erfahrt ihr hier auf der EJW Homepage und natürlich unter www.procedi.de

Procedi wird 20 Jahre jung und bietet weitere verschiedene Veranstaltungen in diesem Jubiläumsrahmen 2018 an.  Weitere Infos unter www.procedi.de

Eine kurze Übersicht:

Karaoke-Singen im Februar

Lauf der Verrückten im Mai

Procedi - Sommerfest nach dem EJW Aussendungs-Sommerfest in Haus Heliand am 17. Juni

Begegnungsreise nach Guatemala vom 18. Juli - 3. August 2018

Käse und Wein - kulinarischer Quizabend im September

Im Oktober der Brezel-Lauf

Am 10. November das Benefixkonzert

und das Herstellen von lateinamerikanischen Weihnachtsgeschenken im Dezembe.

Weitere Infos unter www.procedi@de oder vorstand@procedi.de

Procedi

Das EJW und das Schulsozialprojekt PROCEDI

Seit der Gründung im Jahr 1998 unterstützt das Evangelische Jugendwerk Hessen e.V. das Schulsozialprojekt PROCEDI im Armenviertel von Guatemala-Stadt, welches durch die Initiative eines ehemaligen Heliand-Pfadfinders entstand. PROCEDI arbeitet in einem der gefährlichsten Armenviertel der Stadt und trägt dazu bei, dass über 120 Kinder und Jugendliche in einem Entwicklungsland wie Guatemala einmal nicht auf der Straße landen, sondern durch den Erhalt eines qualifizierten Schulabschlusses einer Erwerbstätigkeit nachgehen können.

Aus dem ehemaligen Nachhilfeprojekt PROCEDI ist mit den Jahren eine gut funktionierende Grundschule für Kinder, die im Armenviertel „Lomas de Santa Faz“ in Guatemalas Hauptstadt wohnen, geworden. Das Schulsozialprojekt PROCEDI hat sich zum Ziel gesetzt, den Teufelskreis von Armut, Hunger, Kinderarbeit und einem Dasein auf der Straße zu durchbrechen. Den Bewohnern des Viertels bietet PROCEDI als Familienzentrum eine Anlaufstelle, wo Kinder die Möglichkeit haben einfach Kind zu sein und Eltern sich beraten lassen können. Durch regelmäßige Veranstaltungen der Erwachsenenbildungen werden die Eltern über Hygiene, Krankheiten und ihre Rechte aufgeklärt.

Die gewaltbereitschaft im Viertel ist sehr hoch. Umso wichtiger ist die Arbeit von PROCEDI vor Ort. Mit den Kindern von PROCEDI werden gewaltfreie Konfliktstrategien erarbeitet. Das Thema Mord ist bei allen Kindern ein Dauerbrenner, das sie sehr beschäftigt. Viele Kinder von PROCEDI sind traumatisiert, da sie mit eigenen Augen gesehen haben, wie ihre Väter, ihre Brüder, Familienmitglieder erschossen wurden. Auch aus diesem Grund brauchen die Kinder einen sicheren Ort, der PROCEDI heißt und wo sie eine gute psychologische Betreuung erhalten.

Arm bzw. arm sein ist kein Naturgesetz, sondern von Menschen verursacht. Das Gute daran ist, man kann es ändern. Das Evangelische Jugendwerk hilft PROCEDI mit seinen Spenden den Kreislauf der Armut zu durchbrechen und Zukunftsperspektiven für die dort lebenden Menschen zu schaffen. Inzwischen konnten schon über 20 Kinder, die vom EJW unterstützt worden sind ihren Schulabschluss, sprich das Abitur oder ihre Lehre erfolgreich absolvieren. 

PROCEDI wurde mit den Jahren eine zuverlässige Schule, ein Familienzentrum, ein Versorgerhaus und eine Oase für die Kinder im Viertel. Die Kinder fühlen sich dort wohl, akzeptiert und aufgehoben. Sie essen dort, erhalten eine qualifizierte Schulausbildung und können sich in den neuen sanitären Anlagen duschen. Die Eltern der Kinder werden durch Seminare und regelmäßige Treffen geschult und nehmen PROCEDI als beratende Institution war. Die Partner von PROCEDI in Deutschland, vertreten durch das Evangelische Jugendwerk Hessen e.V. und den Verein PROCEDI e.V. in Frankfurt, sorgen dafür, das durch regelmäßige Spendeneinnahmen, die Standards aufrecht erhalten werden können. Dabei kümmert sich der Verein PROCEDI e.V. vorrangig um Patenschaften, die an die Kinder in Guatemala vergeben werden und das Evangelische Jugendwerk vergibt Stipendien an Jugendliche der weiterführenden Schulen.  Eine Patenschaft kostet im Monat 32 Euro. Das Geld wird für die Schulausbildung und die Verpflegung der Patenkinder sowie das pädagogische Team verwendet. Das Evangelische Jugendwerk sammelt auf seinen Kinder- und Jugendfreizeiten, Freizeitlagern sowie auf diversen Sonderveranstaltungen Geld für Stipendiaten der Sekundarstufe, Bauvorhaben von PROCEDI wie den neu gestalteten Schulhof und Schulmaterialien. Besondere Aktionen wie zum Beispiel Ausflüge und Feste sind auf gesonderte Spenden aus Deutschland angewiesen.

Damit das hohe Niveau von PROCEDI und die gute erfolgreiche Arbeit auch weiterhin aufrecht erhalten und den über 120 Kindern eine Zukunft geboten werden kann, sind wir auf Ihre Mithilfe, auf Ihr Engagement und Ihren Einsatz für das Schulsozialprojekt PROCEDI angewiesen.

Die Kinder von PROCEDI danken Ihnen sehr dafür. 

Nähere Informationen gibt es unter www.procedi.de

Spenden gerne an:

Evangelisches Jugendwerk Hessen e.V.
Konto-Nr.: 4116666
BLZ: 520 604 10
Evangelische Bank

IBAN: DE28 5206 0410 0004 1166 66

Swift-Bic: GENODEF1EK1

Verwendungszweck: PROCEDI

 

 

Bericht eines Procedi Kindes - eine Erfolgsgeschichte

Stipendiat:               ANGELO MARQUEZ

Angelo ist inzwischen 19 Jahre alt und hat die 11.Klasse erfolgreich abgeschlossen. Er hat nun sein Abitur im Bereich Informatik absolviert. Nun würde er gerne an die Universität zum Studieren gehen.

An seiner Schule mochte er gerne die Klassengemeinschaft. Er hat sich sehr gut mit seinen Mitschülern verstanden. Und auch mit seinen Lehrern kam er sehr gut aus. Angelo hatte viel Vertrauen zu ihnen und viele wichtige Gespräche mit seinen Lehrern führen können. Sie haben ihm viel fürs Leben beigebracht, besonders auch die Nähe zu Gott.

Sein Lieblingsfach war Verwaltungsrecht, da er dies gut für sein Leben nutzen kann.

Was er nicht so gerne mochte, war Mathematik, da er es nicht so mit den Zahlen hat. Hier konnte er sich auch nicht motivieren, viel Energie für das Fach aufzuwenden.

Seine Lieblingsfarbe ist schwarz, er liest nicht gerne, aber er macht sehr gerne Sport. Am liebsten spielt er Fußball und oft spielt er auch bei Turnieren mit.

Er hat viele Freunde, aber sein bester Freund ist Gott. Ihm vertraut er, ihm erzählt er alles und Gott nimmt ihn so an, wie er ist.

In seiner Freizeit spielt er Gitarre und ist oft im Internet, im Allgemein in Facebook, unterwegs.

Mit seiner Familie versteht er sich gut und verbringt viele gute Stunden mit ihnen.

Gerade zu seiner Mutter hat er eine sehr enge Bindung und freut sich, mit ihr Zeit verbringen zu können. Sie stärkt und unterstützt ihn. Er möchte nun eine gute Arbeit finden, um seine Mutter unterstützen zu können.

Er weiß, dass PROCEDI eine sehr große Hilfe für ihn war, und nicht nur für ihn, sondern auch für die anderen Kinder und Jugendlichen. Er möchte PROCEDI weiterhin gerne unterstützen und für die Kinder da sein, die Hilfe brauchen.

Auch im Namen seiner Mutter bedankt Angelo sich ganz herzlich für die jahrelange Unterstützung und Hilfe, die er von Deutschland erhalten hat. Ohne das Stipendium hätte er es soweit in seinem Leben nicht geschafft.

DANKE!