Ein HPler bei Procedi in Guatemala

03.01.2018 |

Hallo, mein Name ist Lukas Lölkes und ich bin 21 Jahre alt. Seit meinem 8. Lebensjahr bin ich bei den Heliand Pfadfindern im Ortsverband Hanau  (Sippe Wulfila, Stamm 2).
in diesem Jahr habe ich einen Freiwilligendienst beim Projekt Procedi in Guatemala Stadt absolviert.
Das Projekt ist mir schon lange bekannt, da Procedi ja wie die Pfadfinder zum Dachverband des EJW Hessen gehört. Schon seit dem Beginn meiner Pfadfinderlaufbahn  haben wir auf Fahrten und Lagern Geld für das Projekt gesammelt. Auf Lagern gab es oft einen Projekttag der den Kindern und Ihrer Situation in Guatemalas Hauptstadt gewidmet war. Auch deswegen war Procedi für mich schon vor meiner Reise eine Herzensangelegenheit.

Den Freiwilligendienst habe ich mit einer Sechsmonatigen Reise durch Südamerika verbunden.
In der  Zeit von Anfang September bis Mitte November habe ich im Projekt mitgeholfen.

Von Panama aus ging es für mich nach einem halben Jahr Rucksackreise nach Guatemala. Von den Lehrerinnen, der Projektleitung und vor allem von den Kindern und Jugendlichen von Procedi wurde ich von Anfang an sehr herzlich aufgenommen. Meine Aufgaben im Projekt waren sehr unterschiedlich und wurden nie langweilig. Der Großteil meiner Arbeit war der direkte Umgang mit Kindern wie z.B. als Pausenaufsicht, beim Sportunterricht oder einfach beim Fußballspielen. Außerdem gab es in der Küche immer was zu tun.

An ruhigen Tagen im Projekt und an den Wochenenden hatte ich die Möglichkeit das Land Guatemala zu bereisen. Von Guatemala City aus ging es tief in den Dschungel, in schöne koloniale Städte, zu versteckten Mayaruinen und einem wunderschönen Gebirgssee. Doch am meisten wird mir der aktive Vulkan Fuego im Gedächtnis  bleiben.

Mein Aufenthalt in Guatemala war für mich ein einschneidendes Erlebnis. Die Situation, in der die Kinder aufwachsen,  ließ mich nicht kalt. Bei Hausbesuchen in den Wellblechhütten, in denen die Kinder mit Ihren Familien leben, wurde mir das Ausmaß an Armut und Leid bewusst. Die Lebensfreude, die die Kinder und Jugendlichen trotz Ihrer Situation immer und immer wieder an den Tag legen, hat mich beeindruckt.

Die größten Missstände, unter denen die Kinder in den Lomas de Santa Faz, einem Armenviertel in Guatemala Citys achtzehnter Zone, leiden sind Armut, häusliche Gewalt, unzureichende Bildung, verschmutztes Trinkwasser und schlechte hygienische Bedingungen. Zusätzlich hat das Viertel schwerwiegende Probleme mit organisierter Kriminalität.
Das Schulprojekt Procedi versucht seit Jahren diesen Teufelskreis mit Hilfe zur Selbsthilfe zu unterstützen.  Insgesamt 4 Lehrerinnen unterrichten bei Procedi Schüler von der Vorschule bis zur sechsten Klasse. Auch für die Eltern bietet Procedi regelmäßig Näh- und Alphabetisierungskurse an.

Ich war froh meinen kleinen Teil zur interessanten und sehr wichtigen Arbeit von PROCEDI e.v. beitragen zu können.

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