Black Lives Matter

09.06.2020 |

Wir laden alle Menschen ein, dabei stellen wir uns aktiv gegen Rassismus und jede weitere Form der Diskriminierung.“

 

Das steht in unserem EJW Leitbild, das 2019 beschlossen wurde.

 

Gerade jetzt, nach dem Mord an George Floyd am 25. Mai durch rassistisch motivierte Polizeigewalt, ist dieses Statement wichtig.

Seit diesem Mord gibt es vor allem in den USA viele Proteste gegen den dortigen Rassismus.

„Black lives matter“ (dt.: schwarze Leben zählen) ist dabei die häufigste Parole.

Warum wird dieser Satz genutzt und nicht „all lives matter“ (dt.: alle Leben zählen)? Ist es nicht viel wichtiger auf die Einheit der Menschen hinzuweisen?

Nein!

 

Der Satz wird, u.a. von Rechten und Faschisten genutzt, um das Problem von Rassismus klein zu machen.

Folgender Comic zeigt sehr gut, warum Black Lives Matter (BLM) wichtig ist zu unterstützen:

 

http://chainsawsuit.com/comic/2016/07/07/all-houses-matter-the-extended-cut/

 

A: Nun, ich denke, dass alle Leben zählen. Wir sollten uns exakt gleich um alles kümmern.

Alle Häuser zählen.

B: Da stimme ich zu, alle Häuser zählen – aber im Moment sollte das brennende Haus mehr Aufmerksamkeit erhalten.

A: Aber indem du sagst, dass das brennende Haus mehr Aufmerksamkeit erhalten soll, sagst du nicht gleichzeitig, dass alle anderen Häuser keine Aufmerksamkeit erhalten sollten?
B: Nein!

A: Mein Haus brennt nicht, aber ich habe Hausschimmel. Sagst du darum sollte sich nicht gekümmert werden?
B: Doch! Aber das Feuer ist wirklich wichtig!

A: Sagen wir, ich lösche das Feuer, aber MEIN Haus fängt Feuer. Bin ich dann nicht berechtigt es zu löschen?
B: Natürlich! Aber es brennt gerade nicht.

A: Mein Haus ist in der Nähe des brennenden. Wenn ich es wässere, wird es keine Flammen fangen.

B: Das ist komplett außerhalb der Analogie...

A: Wo ist der Hausbesitzer denn überhaupt? Warum muss ich mich um das Feuer kümmern?
B: Er starb, im Feuer.

 

Wer sich jetzt zurücklehnt und sich denkt: „Deutschland hat ja zum Glück kein (so großes) Rassismusproblem, wie die USA“, der mag zwar in Abstufungen recht haben – trotzdem gibt es strukturellen Rassismus auch in Deutschland, gegen den etwas getan werden muss (s. https://www.youtube.com/watch?v=5wIvvH-gJFk&feature=emb_logo ).

 

Wie das im Kleinen getan werden kann, was große Auswirkungen hat, wird hier dargestellt:   https://www.zeit.de/campus/2018-05/rassismus-empfehlungen-alltag-diskriminierung-erfahrungen

 

Unter anderen wird im verlinkten Artikel folgendes genannt:

 

 

 

Wenn du Menschen beim Smalltalk fragst, woher sie kommen, und sie antworten München – dann ist das vermutlich einfach so. Frag bitte nicht (sofort) nach ihren Eltern, Großeltern und Urgroßeltern. Frag lieber dich: Warum ist dir das so wichtig? Kann das weg?“

 

„Deine Freunde oder Verwandte machen rassistische Bemerkungen oder sie posten rassistische Inhalte? Du kannst dich ausloggen, andere können es nicht. Überlasse deshalb die Reaktion nicht jenen, die sich ständig damit herumschlagen müssen. Sich immer wehren zu müssen, ist sehr anstrengend. „

 

Fühl dich bei Debatten über Rassismus oder weiße nicht persönlich angegriffen. Es geht um einen gesellschaftlichen Missstand, nicht um dich.“

 

Was kann ich sonst noch tun?

In vielen Ländern finden gerade Proteste statt, die dazu aufrufen Rassismus aufzudecken und sich dagegen zu positionieren.
Morgen, 06.06., findet auf dem Römerplatz in Frankfurt um 14 Uhr eine Demo statt, die besucht werden kann, um schwarze Menschen Solidarität zu zeigen, und auch die Politik unter Druck zu setzen bestehenden Rassismus zu bekämpfen.

 

Wer sich weiter informieren möchte kann z.B. das Buch Deutschland schwarz weiß von Noah Sow lesen.

Für die englisch lesenden empfiehlt es sich übrigens auch die hier (https://blacklivesmatters.carrd.co/#petitions ) verlinkten Petitionen zu unterzeichnen.

 

Wir als EJW stehen in unserer Arbeit, in Gruppen, Gottesdiensten und im täglichen Miteinander gegen Rassismus ein nach dem Motto: I understand, I will never understand however, I stand. Was übersetzt bedeutet: Ich verstehe, dass ich [als Weiße*r] nie verstehen werde [wie sich Rassismus anfühlt], aber ich stehe [hinter dir].

 

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