Auswirkungen von Covid-19 auf Guatemala und das Procedi Projekt

11.07.2020 |

Procedi ist auch in diesem Jahr unser Spenden-Projekt auf den verbleibenden Freizeiten.

Liebe Paten*innen, Vereinsmitglieder und Spender*innen,

auch in Guatemala sind die Auswirkungen von Covid-19 bereits seit mehreren Wochen intensiv zu spüren. Wir als Vorstand von PROCEDI e. V. wollen Euch über die aktuelle Lage in Guatemala und im Projekt informieren.

Das öffentliche Leben in Guatemala ist seit Mitte März fast komplett zum Erliegen gekommen. Laut Auswärtigem Amt gibt es aktuell (Stand 20.04.2020) 289 Fälle und 7 Tote. Allerdings wird vermutet, dass die Dunkelziffer erkrankter Personen sehr viel höher ist, da vor Ort nur wenige Tests durchgeführt werden. Schnell hat die guatemaltekische Regierung einige Maßnahmen verschärft. So wurde ab Mitte März der Flughafen geschlossen sowie eine generelle Ausgangssperre von 21 bis 4 Uhr morgens beschlossen. Immer noch fahren keine öffentlichen Verkehrsmittel. Außerdem sind Restaurants, Geschäfte, Schulen und andere Bildungseinrichtungen geschlossen. Gerade in Armenvierteln wie den Lomas de Santa Faz, in denen viele Menschen auf engsten Raum leben und manche Familien in ihrer Hütte nur einen Raum zum Leben zur Verfügung haben, gestaltet sich die verhängte Ausgangssperre schwierig. Vor allem für die Kinder und Jugendlichen, die normalerweise tagsüber im Projekt sind und dort auch ihre Schulaufgaben erledigen sowie Bewegung haben, ist die aktuelle Situation vermutlich sehr gewöhnungsbedürftig.

Seit Montag, dem 16.03.2020 sind die Schulen im ganzen Land geschlossen, somit auch PROCEDI. Die Lehrerinnen haben Arbeitsaufträge sowie -materialien an die Kinder und Jugendlichen verteilt, ein virtueller Unterricht ist nicht möglich. Während zum Beispiel hier in Deutschland der Unterricht seit der Schließung von Schulen und Universitäten zum größten Teil virtuell weitergeführt wird, stellt dies Länder wie Guatemala vor große Probleme. Vor allem in armen und ländlichen Gebieten gibt es keinen oder nur sehr schlechten Zugang zu Internet; die meisten Familien in den Armenvierteln, wie auch in Lomas de Santa Faz, haben weder Computer noch Tablets oder Ähnliches zur Verfügung. Die einzige Möglichkeit zur Kommunikation bleibt daher meist das Telefon/Handy oder die sozialen Netzwerke. Neben dem akademischen/schulischen Aspekt und der Betreuung der Kinder und Jugendlichen ist es vor allem wirtschaftlich für die Familien in den Vierteln sehr schwierig. Die meisten Eltern dort arbeiten im „informellen Sektor“ (Straßenverkäufer*in, Händler*in, Wäscher*in, etc.) und verdienen somit kein Geld mehr. Die meisten Menschen dort leben von dem Geld, was sie an einem Tag verdienen und besitzen keine Ersparnisse. Normalerweise haben die Kinder unter der Woche sowohl Frühstück als auch Mittagessen im Projekt erhalten, was die Familien finanziell entlastete. Viele sind verzweifelt und wissen nicht, wie sie die Ernährung ihrer oft großen Familien sicherstellen sollen. Viele Menschen in der Zone 18 haben daher weiße Fahnen außen an ihre Hütten gehängt, auf denen steht „Wir brauchen Hilfe. Bitte helft uns!“ Vergangene Woche wurden daher die ersten Lebensmittelpakete von den Lehrerinnen von PROCEDI zusammengestellt und an unsere Familien ausgeteilt. Es wurden verschiedene Grundnahrungsmittel, darunter Reis, Bohnen, Milchpulver und Eier verteilt sowie Seife. Selbstverständlich wurde dabei auf Hygiene und Abstand geachtet.

Eindrücke dieser Verteilaktion wurden von den Lehrerinnen festgehalten:

Einmal pro Woche sollen die Familien weiterhin ein Hygiene- und Lebensmittelpaket erhalten, welches nicht nur das Kind, das bei PROCEDI zur Schule geht, ernähren soll, sondern eine Unterstützung für die ganze Familie darstellt. Zudem prüfen wir weitere Unterstützungen wie z. B. das Nähen von Masken etc.

Wir hoffen, dadurch den Familien etwas Angst nehmen zu können, bis sich die Lage dort verbessert.

Viele Grüße

Lotte, Marina, Markus und Magda

www.procedi.de

Wenn es Ihnen oder Euch möglich ist, sind wir dankbar für ein Spende auf folgendes Konto:

Procedi e. V.   - IBAN DE 0452 0604 1000 0400 3802

PS: „Da alle Kosten weiter laufen – wir bezahlen natürlich die Gehälter unseres Personals weiter – sind wir dringend auf Spenden angewiesen. Zudem musste dieses Jahr "der Lauf der Verrückten" ausfallen, der immer über Euro 10.000,- Spenden für Procedi eingenommen hat. Diese Spenden fehlen jetzt ... - wir sind dankbar für jede Unterstützung und Spende.

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