Angedacht Text November - Lighthouse: „Fridays for Future“ Predigt Teil 2

29.10.2019 |

Ich denke bei diesem Lied „Die Flüsse, sie fließen …“ immer an Bäche, die in einen kleinen Fluss münden, der dann zusammen mit anderen zu einem großen Strom anwächst.  So wie es Friedrich Smetana in der „Moldau“ musikalisch vertont hat. Sie hängen alle miteinander zusammen.

Ich denke an Flüsse, die durch grüne Landschaften fließen. Um das Wasser, das Leben erst ermöglicht und die Erde zu dem „blauen Planeten“ macht. 

Mutter Erde besagt, dass es die Erde, das ökologische System ist, dass uns hervorbringt, uns nährt („Mutter Erde sorgt für uns“), und von dem wir ein Teil sind, also in diesem Sinne „ihre Kinder.“ 

Irgendwann haben wir Menschen aufgehört, uns als Teil der Schöpfung zu sehen. Wir haben uns über ihr stehend gesehen und die Erde und ihre natürlichen Ressourcen ausgebeutet, als ob sie unerschöpflich wären. Damit haben wir unsere Lebensgrundlage gefährdet. Deshalb kämpfen heute und jeden Freitag Millionen von Schülern in der ganzen Welt um den Erhalt unserer Mutter Erde. Und da dies ein Jugendgottesdienst ist, haben wir uns für dieses wichtige Thema entschieden.

Ida hat euch eben von der Schöpfungsgeschichte erzählt und damit von Gottes Schöpfungsarbeit. Meine Aufgabe ist es nun den Teil „selbst Schöpfer“ unseres heutigen Lighthouse Gottesdienstes euch näher zu bringen. Dazu noch einmal folgendes Zitat:

 „ Gott sah, dass es gut war und er war zufrieden“.

Dazu hatte er ja auch allen Grund. Er hat einen Ort erschaffen, der einfach fantastisch war und er schenkte ihn uns, damit wir ein schönes Leben führen können. Mit  solch einem schönen Planeten ist das doch eigentlich nicht schwer. Doch er gab uns nicht einfach nur diese Erde, nein er gab uns den Auftrag über sie zu herrschen.

Wenn wir die Herrscher sind, was versteht Gott unter herrschen? Was sind die Aufgaben eines Herrschers?
Im Mittelalter hieß Herrschen der Gemeinschaft dienen.  Herrschen bedeutet nicht alleine Macht über etwas zu haben, sondern sie befähigte zum Beispiel auch um Gutes zu tun.

Nun zu den Aufgaben. Die Aufgaben umfassten

·        sich um sein Volk zu kümmern, also alle Lebewesen neben uns Menschen, die übrigens laut der Schöpfungsgeschichte vor uns da waren.

·        Sich um seinen Grund und Boden, die Umwelt zu kümmern, sie zu bewahren.
Wir haben eben das Lied:  „Die Flüsse, sie fließen…“  gesungen. Dort heißt es im zweiten Teil: Mutter Erde sorgt für mich, Mutter Erde sorgt für dich und Mutter Erde sorgt für uns, doch wer sorgt eigentlich für Mutter Erde?

·        Zu guter Letzt sollte ein Herrscher auch ein Vorbild sein und auf diesen Punkt komme ich gleich nochmal zurück.

Ida hat eben die Frage: „ Glaubt ihr, er ist im Moment immer noch zufrieden?“ in den Raum gestellt. Ich würde euch gerne Fragen: „ Glaubt ihr Gott ist mit uns zufrieden?“.

Jetzt nochmal zurück zu der Vorbildfunktion eines Herrschers. Ein Vorbild zu sein heißt, dass andere sich etwas bei dir abschauen. Man muss also bei sich selbst anfangen, um der Welt helfen zu können, schließlich sind wir alle Herrscher und wenn jeder bei sich anfängt, dann wäre das schon mal ein großer Schritt. Nun das ist jetzt leichter gesagt als getan aber lasst euch nicht von anderen abbringen. Oder wie Neil Armstrong bei seiner Mondlandung im Juli 1969 sagte:  „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung  für die Menschheit!“  Etwas was Euch in Euren Alltag kaum beeinträchtigt kann manchmal schon Wunder bewirken und uns alle gemeinsam einen großen Schritt voran bringen.

Also fangt einfach an Obst und Gemüse zum Beispiel nicht mehr abgepackt zu kaufen oder es in eine Plastiktüte zu stecke. Es gibt inzwischen Tüten aus Stoff (also wiederverwendbar), die man sich für wenig Geld kaufen kann, um dort seine Lebensmittel hinein zu tun. Genau so etwas gibt es auch für Brot und Brötchen. Jedes Mal eine Tüte beim Bäcker ist also auch nicht nötig.

Fahrt mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad (auch wenn das Wetter mal nicht so gut ist, schließlich sind wir alle nicht aus Zucker) und lasst euch nicht auf die Palme bringen von der Deutschen Bahn (mir fällt das auch nicht so leicht, gerade erst habe ich mich tierisch aufgeregt, als mein Zug von Bonn nach Frankfurt ausgefallen ist und ich zu spät zu meinem Termin gekommen bin, doch es bringt alles nichts) also lasst euch weniger von euren Eltern fahren, sondern seid selbstständig - ist doch auch viel cooler. Fragt Euch, wie viele neue Klamotten ihr wirklich braucht. Wie häufig es ein neues Smartphone sein muss, ob es Dinge gibt, die ihr miteinander teilen könnt.

All dies sind alles nur kleine Dinge, die euren Alltag nicht wirklich beeinflussen, doch bringen sie in der Masse mehr als ihr denkt.

Jeder Anfang ist schwer, doch fangt einfach an.  

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Merle Unger, 16 Jahre, Mitarbeiterin im EJW Arbeitsbereich Frankfurt Nord/West

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